Die Isar im Wandel: Natur erleben mit Toni Hofreiter
Was passiert, wenn ein Fluss wieder mehr Raum bekommt? Wie verändert sich dadurch die Landschaft – und welche neuen Lebensräume entstehen? Antworten darauf gab es bei unserer traditionellen Isarwanderung mit Toni Hofreiter, zu der sich am 19. Juli 55 Interessierte auf den Weg machten.
Der promovierte Biologe und Bundestagsabgeordnete Toni Hofreiter ist im Landkreis München aufgewachsen und kennt die Tier- und Pflanzenwelt des Isartals wie seine Westentasche. Seit mehr als 25 Jahren erkunden wir einmal jährlich gemeinsam mit ihm die Isar und beobachten, wie sich die renaturierte Wildflusslandschaft entwickelt.
Während der rund dreistündigen Wanderung richtete sich der Blick immer wieder auf die kleinen und großen Veränderungen entlang des Weges. Toni Hofreiter erklärte ökologische Zusammenhänge, stellte besondere Pflanzenarten vor und zeigte anschaulich, wie Wasserhaushalt, Vegetation und Artenvielfalt miteinander verbunden sind.
Ein Fluss gestaltet seine Landschaft
Als alpiner Wildfluss ist die Isar ständig in Bewegung. Sie transportiert Kies, Sand und Geröll, trägt Material ab und lagert es an anderer Stelle wieder an. Genau diese Dynamik ist entscheidend für die Entstehung vielfältiger Lebensräume.
Lange Zeit war diese natürliche Entwicklung durch Begradigungen und befestigte Ufer eingeschränkt. Mit der Renaturierung zwischen dem Ickinger Wehr und der Dürnsteiner Brücke Ende der 1990er Jahre erhielt die Isar wieder mehr Raum. Seitdem gestaltet der Fluss seine Umgebung zunehmend selbst.
Dabei entstehen neue Uferbereiche und Kiesbänke, während sich der Flusslauf immer wieder verändert. Auwiesen und Auwälder bieten zahlreichen Pflanzen und Tieren wertvolle Rückzugsräume. Gerade in Zeiten des zunehmenden Artenverlusts zeigt sich hier eindrucksvoll, welche Bedeutung naturnahe Flusslandschaften für die biologische Vielfalt haben.
Seit über 25 Jahren gemeinsam unterwegs
Die jährliche Wanderung bietet die besondere Gelegenheit, diese Veränderungen nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern über viele Jahre hinweg unmittelbar mitzuerleben. Auch diesmal sorgten die fachkundigen Erläuterungen und Beobachtungen entlang des Weges für viele spannende Einblicke in einen einzigartigen Naturraum vor unserer Haustür.
Nach der Wanderung ließ die Gruppe den Tag im Gasthaus „Bruckenfischer“ ausklingen. In geselliger Runde blieb Zeit für Gespräche über Natur- und Umweltschutz sowie aktuelle gesellschaftliche und politische Themen.
Ein herzlicher Dank gilt Toni Hofreiter für die spannenden Einblicke und allen 55 Teilnehmenden, die diesen besonderen Tag an der Isar mit uns verbracht haben.
