Stammtisch: Auftakt nach der Wahl mit Fokus auf den neuen Jugendtreff

Protokoll zum Stammtisch des Grünen OV am 13.04.2026

Themen des Abends

  • Jugendtreff: Der neue Treffpunkt nimmt Gestalt an
  • Frauenstrategie: Reflexion der Wahlergebnisse
  • Rathaus-Update: Neues aus dem Gemeinderat und den Ausschüssen
  • Berlin-Reise: Einblick in die Bundespolitik bei Dr. Anton Hofreiter
  • Impulse: Ideen für mehr Sichtbarkeit und Beteiligung

Der erste Grüne Stammtisch nach der Kommunalwahl war ein voller Erfolg: Mit 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Runde nicht nur groß, sondern auch voller Tatendrang. Neben dem Rückblick auf die vergangenen Wochen standen zentrale Themen wie die offene Jugendarbeit, eine Reflexion über die Wahlergebnisse sowie Berichte aus dem Rathaus und der Bundespolitik im Mittelpunkt.

Ein Haus für die Jugend: Der neue Treffpunkt nimmt Gestalt an

Als besonderen Gast durften wir Heidi Mittermeier begrüßen, die beim Kreisjugendring (KJR) München-Land für die Bereichsleitung zuständig ist. Sie gab uns spannende Einblicke in den Aufbau des neuen Schäftlarner Jugendtreffs.

Betreut wird das Projekt von der Pädagogin Jana Bookmeyer. Jana bringt bereits wertvolle Erfahrung aus dem „Posti“ in Baierbrunn mit. Aktuell ist sie mit 10 Wochenstunden dabei, den Treffpunkt in Schäftlarn von Grund auf aufzubauen. Für Personal- und Sachkosten stehen derzeit rund 25.000 Euro bereit.

Hier die wichtigsten Eckpunkte aus der Diskussion:

  • Zielgruppe & Angebot: Der Fokus liegt auf Jugendlichen ab der 5. Klasse (Kernzielgruppe 13 bis 17 Jahre). Der Eintritt ist frei, der Treff ist eine alkoholfreie Zone. Neben Freizeitangeboten sind Schwerpunkte wie politische Bildung und Teilhabe geplant.
  • Öffnungszeiten & Ehrenamt: Aktuell ist der Treff samstags ab 15 Uhr geöffnet. Um die Öffnungszeiten auszuweiten, suchen wir dringend volljährige Ehrenamtliche, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und das Haus zu öffnen. Interessierte können über den KJR eine Jugendleiter-Schulung absolvieren.
  • Nachbarschaftshilfe: Da der „Postwaggon“ in Baierbrunn derzeit wegen Brandschutzauflagen gesperrt ist, freuen wir uns, wenn auch die Jugendlichen aus der Nachbargemeinde den Weg zu uns finden.
  • Eröffnung: Im Mai ist eine große Eröffnungsfeier geplant! Um die Jugendlichen direkt zu erreichen, wird es bald einen eigenen Instagram-Account und Infomaterial an den Schulen geben.

Unterstützung aus der Gemeinschaft

Besonders schön ist die Hilfsbereitschaft in unserer Gemeinde: Bereits im Vorfeld erreichte Jana Buckmeier eine E-Mail einer Schäftlarnerin mit dem großzügigen Angebot, eine Kühl-Gefrierkombination sowie eine Mikrowelle für die neue Küche zu spenden. Auch für die technische Ausstattung ist gesorgt: Ein Beamer wurde vom Baierbrunner Bürgermeister zur Verfügung gestellt, und eine Leinwand ist ebenfalls bereits vorhanden. Damit steht auch Filmabenden oder Workshops nichts im Wege.

Ein wichtiges Thema für die Zukunft wäre die Gründung eines Fördervereins, um Ausflüge oder besondere Anschaffungen unbürokratisch zu ermöglichen. Dass das Projekt Jugendtreff eine Herzensangelegenheit ist, merkt man auch der Pädagogin Jana an – bei der ersten Begehung der neuen Räume war die Freude über die Möglichkeiten in Schäftlarn sichtlich groß.

 

Reflexion zur Wahl: Frauen in der Kommunalpolitik stärken

Im zweiten Teil des Abends entspann sich eine intensive und emotionale Diskussion über die Ergebnisse der Kommunalwahl. Ein zentraler Punkt war die Diskrepanz zwischen unserer paritätisch besetzten Liste und dem tatsächlichen Wahlergebnis: Durch das „Häufeln“ der Wählerstimmen sind im neuen Gemeinderat nun mehr Männer (4) als Frauen (2) vertreten.

Die Runde diskutierte offen über die Ursachen und Hindernisse für Frauen in der Politik. Zur Sprache kamen dabei auch gesellschaftliche Vorurteile – etwa, dass Frauen mit Familienpflichten fälschlicherweise oft weniger Zeit für politisches Engagement zugetraut wird. Einig waren sich alle Anwesenden darin, dass wir die interne Diskussionskultur weiter pflegen müssen, wobei sowohl digitale Formate als auch der persönliche, analoge Austausch wichtig sind.

Um aus diesen Impulsen konkrete Taten folgen zu lassen, wurde beschlossen, eine spezielle Diskussionsrunde zu organisieren, die sich gezielt der Förderung von Frauen widmet. Das Ziel ist es, eine nachhaltige Frauenstrategie für den Ortsverband zu entwickeln und mehr Frauen für die aktive politische Arbeit zu gewinnen.

Neues aus dem Rathaus und den Ausschüssen

Unsere Gemeinderätinnen und Gemeinderäte gaben zudem ein Update zur aktuellen Arbeit im Rathaus. Ein zentraler Thema war die künftige Zusammenarbeit im Gemeinderat (GR).

  • Starke Fraktionsgemeinschaft: Grüne (6 Sitze) und SPD (1 Sitz) werden weiterhin eng zusammenarbeiten und haben im neuen Gemeinderat gemeinsam genauso viele Sitze wie die CSU-Fraktion.
  • Klimaschutz & Umwelt: Das Klimaanpassungs-Konzept für Schäftlarn wurde fertiggestellt; erste Maßnahmenvorschläge folgen in Kürze. Leider ist Schäftlarn aktuell aus der Warteliste für die Photovoltaik-Bündelung (München-Ebersberg) herausgefallen, hier bleiben wir jedoch am Ball.
  • Verkehr & Infrastruktur: An der Kreuzung in Hohenschäftlarn wird derzeit der Verkehr gezählt (LKW/PKW), um die Planungen der Deutschen Bahn für die beiden Bahnschranken vorzubereiten. Diese werden am 22. April nicht-öffentlich und vermutlich im Juni in einer öffentlichen Sitzung vorgestellt. Auch zum Bahnhof Ebenhausen gibt es Neuigkeiten: Der Baubeginn ist für 2028 geplant.

Ein Blick über den Tellerrand:
Zu Besuch im politischen Berlin

Neben den lokalen Themen gab es an diesem Abend auch spannende Einblicke in die Bundespolitik. Zwei Mitglieder berichteten von ihrer viertägigen politischen Bildungsreise nach Berlin, die über das Bundespresseamt organisiert wurde:

  • Treffen mit Dr. Anton Hofreiter: Ein Highlight war das einstündige Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten, der den Teilnehmern den parlamentarischen Alltag näherbrachte. Er betonte unter anderem, dass ein vermeintlich „leerer“ Plenarsaal im Bundestag oft ein Zeichen für die intensive Arbeit in den Fach-Ausschüssen ist.
  • Programm-Highlights: Besuche im Besucherzentrum des Bundesnachrichtendienstes (BND), auf der Besuchertribüne des Bundestages sowie im Arbeitsministerium vermittelten ein klares Bild davon, wie Gesetze entstehen.
  • Ausblick: Wer nicht bis nach Berlin reisen möchte, hat regelmäßig die Möglichkeit, über ähnliche Programme den Bayerischen Landtag zu besuchen, beispielsweise auf Einladung unserer Abgeordneten Claudia Köhler.

 

Impulse für mehr Sichtbarkeit und Beteiligung

Zum Abschluss des Abends gab es eine inspirierende Ideenbörse aus der Mitte der Versammlung. Ein engagiertes Mitglied präsentierte eine ganze Liste von Vorschlägen, wie wir die grüne Politik und das bürgerschaftliche Engagement in Schäftlarn noch sichtbarer machen können:

  • Transparenz & Kommunikation: Es gab den Wunsch, die Arbeit im Gemeinderat noch öffentlicher zu machen – etwa durch Berichte über aktuelle Themen auf der Homepage oder sogar Überlegungen zu einem Live-Stream aus den Sitzungen.
  • Präsenz vor Ort: Um alle Generationen zu erreichen, wurde angeregt, gezielte Angebote für Senioren zu schaffen und unsere Veranstaltungen noch breiter im Ort zu bewerben.
  • Neues Stammtisch-Format: Ein spannender Vorschlag war, den Stammtisch künftig öfter mit einer freien Wortmeldung zu beginnen, um aktuelle Anliegen der Bürger direkt zu Beginn in den Fokus zu rücken, bevor die Berichte aus den Gremien folgen.

Diese Dynamik nehmen wir als klaren Auftrag mit, Schäftlarn gemeinsam noch aktiver zu gestalten.

Fazit & Ausblick

Der Abend hat gezeigt: Schäftlarn ist in Bewegung. Ob bei der Unterstützung der Jugend, der Weiterentwicklung unserer politischen Kultur oder dem Austausch mit der Landes- und Bundespolitik – das Engagement der Bürgerinnen und Bürger ist spürbar. Wir Grüne werden diese Impulse aufgreifen und freuen uns auf die kommenden Projekte.