Rückblick: Was bewegt Schäftlarn?

Am Donnerstag, den 5. Februar 2026, lud der Ortsverband  zur Veranstaltung „Was bewegt Schäftlarn?“ in den Jägerwirt nach Neufahrn ein. Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung und diskutierten bei gutem Essen und Getränken über aktuelle kommunal- und regionalpolitische Themen.

Durch den Abend führten Gemeinderat und parteifreier Bürgermeisterkandidat für die GRÜNEN Fabian Blomeyer sowie Christian Lankes, Gemeinderat und Listenkandidat der GRÜNEN.

 

Großgewerbegebiet Schorn: Gefahr für Natur und Grundwasser

Den Auftakt machte Dr. Ursula Lauer, Stadträtin in Starnberg und langjährige Vorsitzende der Bürgerinitiative Schorn. Sie informierte über den aktuellen Stand der Planungen für ein Großgewerbegebiet im Schorner Tal. Das Gebiet liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, ist Lebensraum zahlreicher Tierarten, Frischluftschneise für den Großraum München und befindet sich über einem bedeutenden Grundwasserleiter.

Eine Bebauung hätte daher irreversible Folgen: Versiegelte Flächen würden die Versickerung und Verdunstung von Wasser verhindern, das lokale Klima aufheizen und die Grundwassernutzung gefährden. Aus Sicht der Referentin müsse es daher oberstes Ziel aller Anrainergemeinden sein, dieses Gebiet zu schützen – sowohl aus Eigeninteresse, da Schäftlarn massiv von zusätzlichem Verkehr und Siedlungsdruck betroffen wäre, als auch aus Verantwortung für Natur und Mensch. Der Nutzen für die Stadt Starnberg selbst erscheine fraglich, weshalb der Eindruck eines rein investorgetriebenen Projekts überwiege.

Das Thema stieß bei den Anwesenden auf große Betroffenheit und führte zu einer lebhaften Fragerunde.

 

S7-Pünktlichkeit: Datenbasierte Einblicke

Im Anschluss stellte Dr. Daniel Bader, IT-Spezialist und Listenkandidat der GRÜNEN Schäftlarn, gemeinsam ausgewertete Daten zur Pünktlichkeit der S7 vor. In Kooperation mit dem Ickinger S-Bahn-Datenexperten Dr. Philipp Geiger wurden umfangreiche Datensätze analysiert.

Die Auswertung zeigte: Die Trennung der S7-Äste brachte zunächst eine Verbesserung, doch im zweiten Halbjahr 2025 sank die Pünktlichkeit deutlich. Zu Stoßzeiten lag sie bei nur 37 % (Abfahrt Icking Richtung Wolfratshausen, definiert als maximal sechs Minuten Verspätung). Zwar plant die DB Infra AG Maßnahmen zur Verbesserung, aber einen zweigleisigen Ausbau des Bahnhofs Hohenschäftlarn plant sie in absehbarer Zeit nicht.

Da Schäftlarn bislang eine eher passive Rolle einnimmt, haben die GRÜNEN beantragt, den zuständigen DB-Projektleiter noch in dieser Wahlperiode in den Gemeinderat einzuladen, um insbesondere über den geplanten Umbau der Bahnschranken zu informieren.

Wenn Ihr die Zahlen nochmal nachlesen wollt oder Interesse an noch mehr Grafiken zum Thema S7 Pünktlichkeit habt, schaut doch auf unserer gemeinsamen S7 Infoseite vorbei.

Verkehrsknoten Starnberger Straße / Schorner Straße

Zum Abschluss stellte Fabian Blomeyer mögliche Verbesserungen am Knotenpunkt Starnberger Straße / Schorner Straße vor. Da die Starnberger Straße in den kommenden Jahren saniert werden muss, sei es wichtig, frühzeitig ein durchdachtes Konzept zu erarbeiten. Vorgeschlagen wurden unter anderem eine Verschwenkung der Straße, kleinere Einmündungen der Nebenstraßen sowie eine neue Querungshilfe – unterstützt durch mögliche Fördermittel.

 

Nach zahlreichen weiteren Fragen und angeregten Diskussionen endete die Veranstaltung gegen 21:30 Uhr.