Grüne nehmen Abstand
Die Grünen hatten sich vor dem Bürgerentscheid 2019 zur Schäftlarner Umgehungsstraße noch sehr für diese eingesetzt. Doch nach und nach sprachen sich innerhalb von Fraktion und Ortsvorstand immer mehr Mitglieder dafür aus, davon Abstand zu nehmen. Bei der Klausur der Partei im Februar 2022 verkündete dann auch unser Fraktionsvorsitzender Christian Lankes, dass er sich dieser Haltung inzwischen angeschlossen hatte und bestätigte auf der Ortsversammlung im Mai 2022, dass wir Grünen „die Umgehungsstraße Schäftlarn nicht weiter verfolgen“ (die Presse berichtete).
Warum?
Die Gründe dafür sind vielfältig: Ganz oben auf der Liste steht sicherlich der Schutz der wertvollen Schäftlarner Flur und damit die Bewahrung unseres einzigartigen Naherholungsgebiets für uns und unsere Kinder. Der Schutz von Tieren, deren Rückzugsgebiete immer kleiner werden, ist uns ebenso wichtig, wie, die erhebliche Flächenversiegelung zu vermeiden. Auch die Angst vor letztendlich noch mehr Verkehr spielte eine Rolle, sowie davor, für ein mögliches Gewerbegebiet Schorn als Steigbügelhalter benutzt zu werden.
Auch stellte sich heraus, dass ein Großteil der Grundeigentümer kurz- und langfristig nicht mitziehen würde. Nur mit rechtlichen Schritten käme man hier weiter. Die Konsequenzen, die dies bedeuten würde, wollen wir nicht mittragen.
Die Umsetzung würde auch immer weiter in die Ferne geschoben und letztlich eine Sache von Jahrzehnten werden. Welche Art und welchen Umfang von Verkehr wir in 20 Jahren haben werden, wissen wir natürlich nicht genau, Prognosen rechnen aber mit einem Peak in ca. 10 Jahren und danach mit einer Abnahme des Individualverkehrs.
Die enormen Kosten für ein immer ungewisser werdendes Projekt tun uns im Herzen weh. Für diverse Vorgutachten ist schon sehr viel Geld geflossen und dies verhindert andere Projekte wie z.B. Ortsentwicklungsmaßnahmen. Die Gemeinde ist durch viele laufende und anstehende Ausgaben finanziell stark belastet und könnte das freiwerdende Geld, das für die Umfahrung derzeit im Haushalt eingestellt ist, sehr gut an anderer Stelle einsetzen.
Nötig wäre eine Überplanung der Kreuzung B11/St 2071, neue Verkehrsführungen für Radfahrer und Fußgänger entlang der St 2071 durch den Ort , sowie die Verbesserung der Verkehrssicherheit entlang der St 2071. Auch ein kreativer Verkehrsplaner wäre dann vielleicht noch drin!